Gemeinschaftspraxis für Orthopädie und Unfallchirurgie

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Pectoralis major Ruptur – Brustmuskel Riss

Der Riss des Brustmuskels gehört zu den seltenen Verletzungen. Hinzu kommt, dass bei der Hälfte dieser Art von Verletzungen das Ausmaß nicht erkannt oder unterschätzt wird. In 80% der Fälle ziehen sich die Verletzten einen Riss des Brustmuskels beim Bankdrücken zu. Die Patienten beschreiben dabei ein Geräusch, einen Knall, ein Surren oder ein Ziehen im Muskel.

Anatomie

Der Musculus Pectoralis major, also großer Brustmuskel, hat 3 Anteile. Der Pars clavicularis als der obere gehört von der Funktion her in der Anatomie zum vorderen Delta. Er hat seinen Ursprung am Schlüsselbein und setzt am Oberarm an einer Knochenrauhigkeit seitlich der langen Bicepssehne am Oberarm an. Der Pars sternocostalis als mittlere der drei Anteile entspringt am Brustbein und setzt mit dem oberen Anteil zusammen am Oberarm an.

Der Pars abdominalis als der untere Anteil des Musculus Pectoralis major entspringt an den Rippen unterhalb des Brustbeines und setzt ebenfalls sehnig am Oberarm an. Die kurze Pectoralissehne ist u-förmig. Der obere Teil des Musculus Pectoralis major wird gebildet durch den oberen Teil des Muskels, der untere Teil durch die beiden unteren Teile des Pectoralis. Der Musculus Pectoralis major dient u.a. zum Anlegen des Arms an die seitliche Brust, zur Innenrotation des Arms in der Schulter und übernimmt eine Funktion als Atemhilfsmuskel zum Einatmen bei aufgestützten Armen.

Symptomatik

Schmerzen am Oberarm und beim Dehnen des Armes nach hinten. Falls keine Schwellung auftritt, zeigt sich eine tastbare Delle am unteren, äußeren Pectoralis-Rand. Vor allem ist diese sichtbar, wenn man die Arme seitlich abhebt. Teilweise bildet sich ein erheblicher Bluterguss. Bei chronischen Rissen im Brustmuskel zeigt sich entweder ein Defekt oder es bildet sich ein störender Narbenstrang auf den Bizeps.

Diagnostik

Anamnese (Geräusch), klinischer Befund (Konturzeichen) und Sonographie (Ultraschall). Ein Kernspin ist in der Regel nicht erforderlich. Häufig wird das Ausmaß der Verletzung im Brustmuskel nicht erkannt.

Lokalisation

In der Regel ist der Ansatz des Oberarms betroffen. Im speziellen ist sogar der Muskel-Sehnenübergang häufiger verletzt, als die Sehne selbst. Rein muskuläre Risse sind sehr selten. Eine besondere Form sind die medialen Risse am Brustbein.

Ausprägung

Die meisten Verletzungen des Musculus Pectoralis major betreffen die beiden unteren Anteile und der obere Anteil bleibt intakt.

Therapie

In erster Linie ist eine operative Therapie des Musculus erforderlich und diese sollte innerhalb von 2 Wochen nach dem Riss erfolgen! Die Sehne, bzw. der Muskel wird mit Nahtankern wieder am Oberarm refixiert. Verspätete Rekonstruktionen auch nach Jahren sind aber ebenso noch möglich. Hier ist die Rekonstruktion aber deutlich schwieriger und aufwändiger. Häufig wird zusätzlich eine Sehne vom Bein (Grazilis) benötigt.

In einigen Fällen kann es zu sehr störenden Narbenzügeln zum Bizeps kommen. Auch mediale Risse können rekonstruiert werden, dies ist aber immer sehr schwierig. Auf eine Operation kann auch verzichtet werden. Dieser Verzicht hat jedoch zur Folge, dass ohne eine Behandlung ein kosmetischer Defizit sowie ein Kraftverlust von bis zu 50% entsteht.

Nachbehandlung

Die Nachbehandlung nach einer operativen Therapie ist sehr streng. Es erfolgt eine Immobilisation in einer Schlinge für 6 Wochen. Für weitere 6 Wochen darf der Arm nur leicht belastet werden. Erst ab der 13. Woche sollte die Belastung gesteigert werden. Im Kraftsport können aber Beine und der andere Arm weiter trainiert werden.

Ergebnisse

Operative Therapien bringen sehr gute Ergebnisse. Selbst die verspäteten operativen Versorgungen haben eine höchst positive Wirkung. Die nicht operative Therapie hingegen führt zu schlechten Ergebnissen, die aber nicht immer Probleme machen. Die Optik und volle Kraft können in der Regel wieder hergestellt werden.