Gemeinschaftspraxis für Orthopädie und Unfallchirurgie

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D-Arzt

Spezielle Unfallchirurgie

Salinstraße 11

D-83022 Rosenheim

Pectoralis major Ruptur – Brustmuskel Riss

Der Riss des Brustmuskels ist eine sehr seltene Verletzung. In über 50% wird die Verletzung primär nicht erkannt oder im Ausmaß unterschätzt. Die Verletzung passiert in 80% der Fälle beim Bankdrücken. Die Patienten beschreiben ein Geräusch, einen Knall, ein Surren oder ein Ziehen im Muskel.

Anatomie:

Der Pectoralis hat 3 Anteile. Der obere Anteil gehört funktionell zum vorderen Delta. Er entspringt am Schlüsselbein und setzt am Oberarm an einer Knochenrauhrigkeit seitlich der langen Bicepssehne am Oberarm an. Der mittlere Anteil entspringt am Brustbein und setzt mit dem oberen Anteil zusammen am Oberarm an. Der untere Anteil entspringt an den Rippen unterhalb des Brustbeines und setzt ebenfalls sehnig am Oberarm an. Die kurze Pectoralissehne ist u-förmig. Der obere Anteil wird durch den oberen Teil und der untere Anteil durch die beiden unteren Teile des Pectoralis gebildet.

Symptomatik:

Schmerzen am Oberarm und beim Dehnen des Armes nach hinten. Wenn noch keine Schwellung vorhanden ist zeigt sich eine tastbare Delle am unteren, äußeren Pectoralisrand besonders wenn man die Arme seitlich abhebt. Teilweise erheblicher Bluterguss. Bei den chronischen Rissen zeigt sich entweder ein Defekt oder es besteht ein störender Narbenstrang auf den Bizeps.

Diagnostik:

Anamnese (Geräusch), klinischer Befund (Konturzeichen) und Sonographie (Ultraschall). Ein Kernspin ist in der Regel nicht erforderlich. Häufig wird das Ausmaß der Verletzung verkannt.

Lokalisation:

es ist in der Regel der der Ansatz am Oberarm betroffen und hier der Muskel-Sehnenübergang häufiger, als die Sehne selbst. Rein muskuläre Risse sind sehr selten. Eine besondere Form sind die medialen Risse am Brustbein.

Ausprägung:

Die meisten Verletzungen betreffen die beiden unteren Anteile und der obere Anteil bleibt intakt.

Therapie:

In erster Linie ist eine operative Therapie erforderlich und diese sollte innerhalb von 2 Wochen nach dem Riss erfolgen! Die Sehne, bzw. der Muskel wird mit Nahtankern wieder am Oberarm refixiert. Verspätete Rekonstruktionen auch nach Jahren sind aber ebenso noch möglich. Hier ist die Rekonstruktion aber deutlich schwieriger und aufwändiger. Es wird häufig zusätzlich eine Sehne vom Bein (Grazilis) benötigt. In einigen Fällen kann es zu sehr störenden Narbenzügeln zum Bizeps kommen. Auch mediale Risse kann man rekonstruieren, dies ist aber immer sehr schwierig. Man muss auch nicht immer operieren, aber es kommt unbehandelt immer zu einem kosmetischen Defizit und zu einem Kraftverlust von bis zu 50%.

Nachbehandlung:

Die Nachbehandlung nach einer operativen Therapie ist sehr streng. Es erfolgt eine Immobilisation in einer Schlinge für 6 Wochen. Für weitere 6 Wochen darf der Arm nur leicht belastet werden. Erst ab der 13ten Woche sollte die Belastung gesteigert werden. Im Kraftsport können aber Beine und der andere Arm weiter trainiert werden.

Ergebnisse:

Die Ergebnisse der primären operativen Therapie sind sehr gut und selbst die verspäteten operativen Versorgungen bringen noch gute Ergebnisse. Die nicht operative Therapie führt zu schlechten Ergebnissen, die aber nicht immer Probleme machen. Die Optik und volle Kraft können in der Regel wieder hergestellt werden.