Gemeinschaftspraxis für Orthopädie und Unfallchirurgie

Sportmedizin

Chirotherapie

D-Arzt

Spezielle Unfallchirurgie

Salinstraße 11

83022 Rosenheim

Riss der Patellasehne

Der Riss der Patellasehne ist eine seltene Verletzung und betrifft eher junge Patienten. Am häufigsten kommt es im Kraftsport bei Kniebeugen oder bei der Autoschubkarre zur Verletzung.

Anatomie

Die Patellasehne ist sehr dick und verbindet den unteren Pol der Kniescheibe mit dem Unterschenkel und setzt dort an einer Rauhrigkeit (Tuberositas tibiae) an. Die Kraft des Quadrizeps wird über die Kniescheibe und die Patellasehne uf den Unterschekel übertragen. Der zugehörige Muskel ist der Quadrizeps. Der Muskel streckt über die Patellsehne im Kniegelenk.

Symptomatik

Schmerzen an oder unterhalb der Kniescheibe und beim Strecken im Kniegelenk. Probleme beim Gehen und hinsetzten. Wenn noch keine Schwellung vorhanden ist zeigt sich eine tastbare Delle unterhalb der Kniescheibe. In der Regel kaum Bluterguss. Die Verletzung betrifft häufiger junge Patienten.

Diagnostik

Anamnese (Geräusch), klinischer Befund (Kraftdefizit, Delle), Röntgen (hoch rutschen der Kniescheibe) und Sonographie (Ultraschall). Ein Kernspin ist sinnvoll.

Lokalisation

Die Patellsehne reißt meistens am unteren Kniescheibenpol oder in sich.

Ausprägung

In der Regel sind die Risse immer mehr oder weniger komplett. Teilanrisse kommen aber auch vor.

Therapie

Bei kompletten Rissen der Patellasehne sollte immer eine operative Therapie erfolgen. Rekonstruktionen sollen generell innerhalb von 2 Wochen nach dem Riss erfolgen! Die Sehne wird mit Nahtankern oder Nähten durch den Knochen wieder an der Kniescheibe refixiert, bzw. mit sich selbst vernäht. Wichtig für die spätere Funktion ist auch die Wiederherstellung der richtigen Länge der Sehne. Die Naht wird immer mit einer zusätzlichen Rahmennaht mittels eines Drahtes oder eines starken Fadens durch die Kniescheibe und den Unterschenkel gesichert. Der Draht muss nach 6-12 Wochen entfernt werden.

Verspätete Rekonstruktionen haben schlechte Aussichten und es ist in der Regel eine zusätzliche Sehne erforderlich. Unbehandelt kommt es immer zu einem kosmetischen Defizit und zu einem relevanten Kraftdefizit.

Nachbehandlung

Die Nachbehandlung nach einer operativen Therapie erfolgt für 6 Wochen in einer geraden Schiene mit Klettverschlüssen (Mecronschiene) oder auch manchmal mit einem Gips. Die Mobilisation erfolgt mit einer passiven Bewegungsschiene erst 0-30° für 4-6 Wochen, dann aufbauend mehr. Das Bein darf in der Regel nach 2 Wochen in Streckung (axial) belastet werden. Die Steigerung der Belastung erfolgt individuell. Die ersten 6 Wochen sind Unterarmgehstützen notwendig. Eine medikamentöse Thromboseprophylaxe ist bis zur Vollbelastung notwendig.

Ergebnisse

Die Ergebnisse der primären operativen Therapie sind gut. Sekundäre Rekonstruktionen sind schwierig und die Ergebnisse schlechter.