Gemeinschaftspraxis für Orthopädie und Unfallchirurgie

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Spezielle Unfallchirurgie

Riss der Quadricepssehne

Der Riss der Quadrizepssehne ist eine seltene Verletzung. Am häufigsten kommt es im Kraftsport bei Kniebeugen oder bei der Autoschubkarre zur Verletzung. Die Sehne ist häufig degenerativ verändert.

Anatomie

Der Quadrizeps wird aus 4 Muskelköpfen gebildet. Vastus medialis, lateralis und intermedius entspringen am Oberschenkel und der rectus femoris am Becken. Der rectus femoris ist damit zweigelenkig. Die Sehne ist relativ dick und die einzelnen Muskelanteile bilden verschiedene Schichten der Sehne die am oberen Kniescheibenpol ansetzen. Der Muskel streckt im Kniegelenk und der rectus beugt gleichzeitig in der Hüfte. Beim Fußball nennt man diesen Teil daher auch Schussmuskel.

Symptomatik

Schmerzen an oder oberhalb der Kniescheibe und beim Strecken im Kniegelenk. Probleme beim Gehen und hinsetzten. Wenn noch keine Schwellung vorhanden ist zeigt sich eine tastbare Delle oberhalb der Kniescheibe. Teilweise kommt es zu einem deutlichen Bluterguss.

Diagnostik

Anamnese (Geräusch), klinischer Befund (Kraftdefizit, Delle), Röntgen (nach ventral klappen der Kniescheibe) und Sonographie (Ultraschall). Ein Kernspin ist sinnvoll.

Lokalisation

Die Quadrizepssehne reißt in der Regel am oberen Kniescheibenpol ab. Der rectus reißt isoliert im muskulären Bereich in der Mitte des Oberschenkels. Zerrungen und Faserrisse betreffen die Muskeln, auch hier besonders den rectus femoris.

Ausprägung

Die Quadrizepssehne reißt immer mehr oder weniger komplett. Die Risse können sogar bis in die Retinacula reichen. Auch der Rectus reißt komplett. Teilanrisse sind hier aber ebenso häufig.

Therapie

Bei kompletten Rissen der Quadrizepssehne solle immer eine operative Therapie erfolgen. Auch der Rectus femoris kann bei kompletten Rissen rekonstruiert werden. Dies ist hier eine individuelle Entscheidung. Rekonstruktionen sollen generell innerhalb von 2 Wochen nach dem Riss erfolgen! Die Sehne, bzw. der Muskel wird mit Nahtankern oder Nähten durch den Knochen wieder an der Kniescheibe refixiert. Isolierte rectus Risse wird mit seit zu seit Nähten fixiert.

Verspätete Rekonstruktionen haben schlechte Aussichten, da sich der Muskel nur schlecht mobilisieren lässt. Unbehandelt immer zu einem kosmetischen Defizit und zu einem Kraftdefizit.

Nachbehandlung

Die Nachbehandlung nach einer operativen Therapie erfolgt für 6 Wochen in einer geraden Schiene mit Klettverschlüssen (Mecronschiene) oder auch manchmal mit einem Gips. Die Mobilisation erfolgt mit einer passiven Bewegungsschiene erst 0-30° für 4-6 Wochen, dann aufbauend mehr. Das Bein darf in der Regel nach 2 Wochen in Streckung (axial) belastet werden. Die Steigerung der Belastung erfolgt individuell. Die ersten 6 Wochen sind Unterarmgehstützen notwendig. Eine medikamentöse Thromboseprophylaxe ist bis zur Vollbelastung notwendig.

Ergebnisse

Die Ergebnisse der primären operativen Therapie sind gut. Sekundäre Rekonstruktionen sind schwierig und die Ergebnisse schlechter.