Gemeinschaftspraxis für Orthopädie und Unfallchirurgie

Sportmedizin

Chirotherapie

D-Arzt

Spezielle Unfallchirurgie

Salinstraße 11

D-83022 Rosenheim

Schulterinstabilität

Grundsätzlich lassen sich 2 Formen der Schulterinstabilität unterscheiden. Die posttraumatische Form setzt einen adäquaten Unfall mit einer Schulterverrenkung (Luxation) voraus. Diese muss in der Regel im Krankenhaus eingerenkt werden. Es liegt eine Verletzung der Gelenklippe (Labrum), des knöchernen Pfannenrandes und/oder des hinteren Oberarmkopfes (Hill-Sachs-Delle) vor. Je jünger der/die Patient(in) ist, desto höher ist das Risiko einer erneuten Luxation.

Die zweite Form ist atraumatisch (ohne Unfallereignis). Hier liegt eine anlagebedingte Kapselerweiterung vor. Die Schulter verrenkt (luxiert) sich immer wieder und kann in der Regel selbst wieder eingerenkt werden. Die Kapsel ist zu weit, daher ist die Schulter in der Regel in verschiedene Richtungen instabil. Seltener liegen auch Veränderungen an der Pfanne vor.

Anatomie

Die Pfanne an der Schulter ist gegenüber dem größeren Oberarmkopf deutlich kleiner. Am Rand ist die Pfanne durch eine knorpelige Gelenklippe erweitert und daran schließt sich die dünne Gelenkkapsel an.

Symptomatik

Wiederkehrende Verrenkungen der Schulter und ein Gefühl von Instabilität.

Diagnostik

Anamnese (Verrenkung und Instabilitätsgefühl), klinischer Befund (Instabilität), Sonographie (Ultraschall) und ggf. Röntgen (Knöcherne Defekte). Ein Kernspin ist in der Regel erforderlich.

Lokalisation

Schultergelenk selbst

Ausprägung

teils vielfache Verrenkungen (Luxationen)

Therapie

Atraumatische Schulterinstabilitäten sind eine Domäne der konservativen Therapie. Es ist intensive Physiotherapie erforderlich. Hier steht das intensive Training der schulterstabilisierenden Muskulatur im Vordergrund. Nur wenn alle Maßnahmen versagen, ist eine operative Therapie nötig. Hierbei wird die Gelenkkapsel verkleinert oder auch eine zusätzliche Knochenspanplastik durchgeführt.

Posttraumatische Schulterinstabilitäten werden häufig primär operiert. Je jünger der/die Patient(in) ist, desto höher ist das Risiko einer erneuten Luxation. Ist nur die Gelenklippe betroffen lässt sich diese arthroskopisch häufig wieder gut refixieren. Sind zusätzlich relevante knöcherne Veränderungen vorhanden so werden auch knöcherne Verfahren angewendet. Der Coracoid Transfer nach Latarjet ist gegenüber einem Knochenblock das häufiger verwendete Verfahren.

Das operative Vorgehen richtet sich nach den vorliegenden Befunden und dem Alter des/der Patient(in). Welche Therapie die sinnvollste ist, ist eine individuelle Entscheidung und bedarf einer ausführlichen Ausklärung! Auch beim jüngeren Patienten mit traumatischer Primärluxation ist nicht zwingend immer eine Operation erforderlich.

Nachbehandlung

Bei einem Kapselshift mit oder ohne Knochenblock ist eine sechswöchige Ruhigstellung in einer Schlinge oder einer Abduktionsorthese erforderlich. Anschließend erfolgt die physiotherapeutische Mobilisation. Bei einer arthroskopischen Labrumrefixation erfolgt eine Ruhigstellung in einer Schlinge für 3-4 Wochen. Der Arm darf bereits auch aktiv aus der Schlinge in der Physiotherapie bewegt werden. Relevante Belastungen insbesondere über Kopf sollten aber erst nach 6 Monaten erfolgen. Beim Coracoidtransfer nach Latarjet ist auch eine Ruhigstellung in einer Schlinge für 3 Wochen erforderlich. Hier darf aber schneller belastet werden.

Ergebnisse

Die Ergebnisse der konservativen Therapie bei den atraumatischen Schulterinstabilitäten sind gut. Eine Kapselverkleinerung zeigt manchmal noch Restinstabilität und die Kapsel kann sich wieder langsam erweitern. Bei posttraumatischen arthroskopischen Labrumrefixationen kann es in bis zu 20% der Fälle wieder zu erneuten Luxationen kommen. Der Coracoidtranfer zeigt hier bessere Ergebnisse und wird bei Sportlern häufig bereits primär durchgeführt. Hierbei handelt es sich aber nicht um eine anatomische Rekonstruktion.